Am 14.12.2024 um halb neun abends startet der Andre den Motor.
Wir haben es geschafft – massiv verspätet – aber es geht endlich los!!
Wir hüllen unsere Nachbarschaft in eine weiße Abschiedswolke und fahren.


Warum eigentlich nur eine Probefahrt? Tatsächlich liegt das daran, dass der Andre noch einen Notartermin hat. Es wird sich aber herausstellen, dass so eine Probefahrt wirklich nützlich ist. Wir wollten eine Probefahrt? Die haben wir auch bekommen!
Wir fahren bis Sulzbach und finden unser Nachtquartier auf einem großen Wanderparkplatz. Erschöpft und glücklich fallen wir in unsere Betten. Diese Nacht soll kalt werden.
Wir stehen auf und ein Blick auf unser Thermometer bestätigt unsere durchaus frierenden Gefühle, wir haben nur 11 Grad in der Kabine. Also Tee und Kaffee kochen und diese Heizung anmachen. Aber warum ist das eigentlich nötig? Es braucht mehrere Versuche, bis sie endlich heizt.



Gut, ohne Heizung können wir im Winter nicht unterwegs sein, also:
ABBRUCH DER PROBEFAHRT
Lange Gesichter bei allen Beteiligten. Sogar die Hunde zittern traurig, ist es ihnen bei 11 Grad auch zu kalt.
Wir halten an einem Parkplatz. Der Andre schaut in unseren Tank und sieht, dass da einiges an Dreck schwimmt. Da wir unsere Standheizung während der Fahrt nutzten, wurde der Dreck aufgewirbelt und von der Pumpe angesaugt.
Er will es versuchen, schraubt die Pumpe ab, löst die Schläuche und den Dreck und ein paar Fehlstarte später läuft die Eberspächer Heizung wieder!
Schnell wärmt sich die Kabine wieder auf, während der Andre und ich mit den Hunden gehen.
Es geht also weiter! Nur eben ohne Heizung während der Fahrt. Gut, dass wir Dachluken mit Zwangsbelüftung haben. Es windet richtig schön kalt durch die Wohnung.
Die Freude ist groß! Wohin geht´s? Einstimmig nach Tschechien!!
In einem super Restaurant, „Pergola“ in Kinsberg, essen wir zu Abend.
Der Kellner rät uns etwas oberhalb bei einem Kloster zu übernachten. Leider ist es dort zu abschüssig und wir suchen uns über Park4Night einen Parkplatz am Stausee in der Nähe.
Ein folgenreicher Fehler? Kann man so sagen. Aber lehrreich und wichtig!
Wir fahren durch Dunkelheit und Regen. Auf immer schmaler werdenden Straßen, bis? Bis wir nicht weiter kommen. Wir wollen wenden und müssen dazu rückwärts auf eine Wiese stoßen. Diese ist abschüssig und total eingeregnet. Ich steige aus um dem Andre zu zeigen wie weit er zurück kann. Mich besorgt das Bächlein, welchem wir uns nähern aber der Andre meint, er müsse noch etwas zurück. Nun verlieren beide Vorderreifen den Asphalt und der Bumblebee fährt nicht vorwärts. Nein, er gräbt sich ein!
Wir haben uns festgefahren!
Nicht weit von uns – am einzig bewohnten Häuschen – hat uns ein Tscheche gehört. Er steht da und schaut etwas grimmig. Es ist mittlerweile 22 Uhr. Wir erklären ihm auf deutsch und englisch dass wir uns festgefahren hätten und Bretter oder irgendetwas bräuchten. „Große Problem!“ sprichts, dreht sich um, verschwindet und lässt uns im Regen stehen.
Na gut, dann halt nicht. Ich hole Handtücher und Fußabstreifer raus und lege sie vor die Reifen, der Andre findet verschiedene Hölzer. Der Tscheche kommt wieder, sagt „Mitkommen!“ und schiebt mich vor sich her zu seinem Haus. Etwas mulmig ist mir schon, aber da steht seine Frau und über den Handyübersetzer erklären sie mir, dass sie mich ins nächste Dorf fährt und wir einen Mann mit Traktor suchen. Super Idee! Der macht aber um halb elf nachts auch nicht mehr auf. Sie will nun die Polizei rufen, damit die helfen kann. Das wollen wir nicht so gerne.
Zurück am Bumblebee schmeißt sich der Andre gerade absolut stilsicher in den Matsch.


Vor seinem Stunt hat er die Reifen freigegraben. Der Tscheche hat eine Eingebung oder einfach keinen Bock mehr und verschwindet wieder. Im Hintergrund höre ich den Übersetzer von Ivana immer irgendwas von „Polizei rufen“ faseln. Doch da kommt unser tschechischer Freund und Helfer mit einer Schubkarre wieder. Während die beiden Männer Split schaufeln erzählt sie mir lachend, dass er Panzerfahrer war. Das fühlt sich nun alles irgendwie richtig an und mir wird fast warm bei 2 Grad im Regen.
Es ist soweit, der Andre steigt ein, bekommt noch harsche Anweisungen und ab!
„Jâ, jâ, links! GAS!!! Links! Jâ! Rechts! Rechts! GAS GAS GAS!!!“
Wir sind wieder auf Asphalt!!! Überglücklich umarmen Ivana und ich uns, als wären wir schon ewig befreundet! Ich bin tief dankbar und werde wieder bestätigt, dass der erste Eindruck täuschen kann. Wir werden unsere Flasche Rotwein los, die wir vorhin erst gekauft haben und fahren weg.
Die Kinder sind bei der ganzen Aktion super brav und entspannt. Sie schauen einen Film an und zum Glück geht auch die Heizung.
Die Wiese gleicht einem Schlachtfeld. „Katastrophe!“ meinte er, aber das sei okay glauben wir ihn zu verstehen.
Nun aber bitte einen Schlafplatz irgendwo auf Stein, egal wo. Ein Kriegerdenkmal kommt gerade recht.
Die zweite Nacht ist deutlich zu warm. Da waren die 11 Grad angenehmer. Alles eine Einstellungssache.
Wir müssen auf jeden Fall nach Wiesau unseren Ersatzreifen abholen. Das klappt auch alles wunderbar und wir entscheiden uns, dann gleich dort zu schlafen. Das minimiert ein wenig das Abenteuerpotenzial.


Und was machen wir heute? Wir wollen alle wieder zurück nach Cheb!

Sankt Nikolaus und Elisbath Kirche



Wir besuchen noch das Retromuseum und die Galerie






Nun ist es aber Zeit, wieder zu gehen. Wir wollen zu einem Parkplatz bei Arzberg, an dem wir schon mit unserem kleinen Wohnmobil geschlafen hatten. Versumpfungssicher. Leider stellen wir fest, dass die Straße für große LKW´s gesperrt ist. Plan B, der Parkplatz bei der Luisenburg. Hier geht nun alles gut. Wir stehen relativ gerade, versinken nirgends, die Heizung läuft – auch nicht zu heiß.
Vormittags gehen wir neben dem Felsenlabyrinth noch spazieren.


Was wir brauchen:
Entspannung, Geduld und Vertrauen!!!
Anpassungen:
Eine Abluft für die Toilette
Die zweite Heizung anschließen
Begrenzungsleuchten außen
Sandbleche oder Matten
LKW Navi
Scheinwerfer tauschen
Vorfilter an die Standheizung einbauen
Die Zwangsbelüftung der Dachluken abkleben
Und hierbei stehen Chris, Tony und Hugo uns gleich zur Seite! Vielen Dank!!
Wann geht es denn nun final los? Eigentlich wollten wir noch vor Weihnachten wegkommen. Dadurch, dass wir die letzten Monate durchgearbeitet hatten – sei es am Fahrzeug, die Wohnung zu leeren, die laufende Firma als auch die Über- und Abgabe derer – waren wir derart angespannt und gestresst, dass die Stimmung doch sehr darunter gelitten hat. Deshalb haben wir beschlossen, ganz entspannt bei Andres Eltern Weihnachten zu feiern.
Wir haben uns schon so sehr verspätet, dass es auf die paar Tage nun auch nicht mehr ankommt.
🌟 Frohe Weihnachten 🌟


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